Emil Hinrichs – mein Großvater
1. Februar 1881 – 21. Mai 1944
Emil Hinrichs war das vierte Kind der Tischlerfamilie Hinrichs in der Kriegerstraße 20 in Oldenburg auf.
Ein erhaltenes Kinderfoto zeigt Emil in einer für uns heute fremd wirkenden Welt. Es war die Kaiserzeit, geprägt von gesellschaftlichen Regeln und Zwängen, die auch das Leben der Kinder bestimmten. Haltung, Kleidung und Ausdruck des Jungen lassen zumindest erahnen, wie anders eine Kindheit damals ausgesehen haben muss.
Das Ehepaar 1906
Vom Kaufmann zum Weinhändler
Anders als sein Vater Hermann Diedrich und sein Bruder August wurde Emil nicht Tischler. Er ergriff den Beruf des Kaufmanns.
Über seine Ausbildung ist mir bisher nichts Näheres bekannt. Möglicherweise erlernte er seinen Beruf bereits bei der Firma Schäfer & Addicks in Oldenburg, deren Essigfabrik und Weinhandlung er später übernahm. Belegen kann ich dies bislang jedoch nicht.

Ein weiteres Foto zeigt Emil als jungen Mann. Es ist nicht datiert. Da von seiner späteren Frau Christine eine sehr ähnliche Aufnahme existiert, dürften beide Bilder etwa 1906 entstanden sein.
Emil trägt darauf die typische Kleidung eines wohlsituierten Herrn seiner Zeit: Melone, Handschuhe und Stock. Auch der Staubmantel gehörte damals zur entsprechenden Ausstattung.
Heirat mit Christine Jürgens
Am 9. März 1906 heiratete Emil Christine Wilhelmine Helene Jürgens, die Tochter des Oldenburger Schneidermeisters Diedrich Anton Jürgens und seiner Ehefrau Anne Helene Frieda, geb. Kuck.

Christine hatte bis zu ihrer Eheschließung in der Schneiderei ihres Vaters gearbeitet. Gefeiert wurde im Kaiserhof in Oldenburg.

Emil im Ersten Weltkrieg
Über Emils Zeit als Sanitätssoldat sind weitere Unterlagen und Erinnerungen erhalten geblieben. Sie erzählen von einem Lebensabschnitt, der die Familie ebenso wie Millionen andere Familien jener Generation geprägt hat.
[Hier kann später der vorhandene Beitrag „1. Weltkrieg“ verlinkt werden.]
Schäfer & Addicks
Emil war später Inhaber der Weinhandlung Schäfer & Addicks in Oldenburg.
Aus erhaltenen Unterlagen lässt sich auch etwas über seine Persönlichkeit erfahren. Ein Schreiben an einen Weinhändler in Mainz vermittelt den Eindruck eines großzügigen Mannes.
Bereits 1938 übergab Emil das Geschäft an seinen Sohn Carl Hinrichs.
Früher Tod
Emil Hinrichs starb am 21. Mai 1944 an MageKrebs. Ich selbst konnte meinen Großvater daher nicht mehr kennenlernen.
Seine Frau Christine überlebte ihn um fast drei Jahrzehnte.
Die erhaltenen Fotografien, Briefe und Dokumente geben uns heute dennoch die Möglichkeit, etwas von seinem Leben und seiner Persönlichkeit nachzuvollziehen.
Der einzige Sohn Carl
Am 18. September 1907 wurde ihr Sohn Carl Hermann Gustav Hinrichs geboren – mein Vater.
Ein Foto aus dieser Zeit zeigt den jungen Emil mit seinem Sohn und lässt den Stolz des Vaters deutlich erkennen. Carl blieb das einzige Kind von Emil und Christine und wurde von seinen Eltern sehr umsorgt.
Ein weiteres Familienfoto entstand 1914. Carl war damals sieben Jahre alt. Kurz darauf musste Emil als Sanitätssoldat in den Ersten Weltkrieg ziehen.
