Argentinien 2011 Texte

Nachbetrachtung

Heute geht es zurück. Was bleibt, sind verschiedene Eindrücke.

Da ist der Eindruck von Verfall. Nichts ist so wie es scheint, überall bröckelt es. Man kann keinen Fuß auf die Straße setzen, ohne dass man genau schaut, wo man ihn hinsetzt, denn die Fußwege sind voller Stolperfallen – Gewegplatten, die zerstückelt sind, zum Teil fehlen oder gar ganze Löcher, in denen man sich gleich den Fuß brechen würde.

Die meisten Häuser haben ihre besten Zeiten hinter sich, aber es gibt natürlich auch schöne Viertel. Da ist zum Beispiel Belgrano mitten im Herzen von Buenos Aires.

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Ausflug nach Uruguay

Was macht ein Porteño (Einwohner von Buenos Aires), wenn er nicht arbeitet? Er flieht aus der Stadt!

Entweder hat man einen Country-Club, in dem es alles gibt: Tennis-Anlage, Golf-Platz, Swimming Pool, Reitanlage etc. oder man fährt in die Nachbarschaft ins Grüne. Hier hat man mehrere Möglichkeiten, entweder fährt man mit dem Zug nach Tigre, eine hübsche Stadt auf einer Insel im Paraná Delta, die nur 30 km entfernt liegt. Die andere Möglichkeit: man fährt mit einer Fähre etwa 40km über den Rio de la Plata auf die andere Seite nach Uruguay und besucht hier das malerische Städtchen Colonia del Sacramento.

Letzters haben wir gemacht.

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Colonia del Sacramento (Uruguay)

Colonia del Sacramento wurde in den letzten Tagen des Januar 1680 durch Don Manuel Lobo, Gouverneur von Rio de Janeiro, im Auftrage des Prinzregenten Pedro II. von Portugal, gegründet. Pedro II. wollte an der Küste des Río de la Plata einen Brückenkopf zur Verteidigung seines Reiches anlegen lassen.

>Diese Stadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. So haben wir auf dieser Reise ein weiteres Land Südamerikas, nämlich Uruguay besucht und ein nach den Wasserfällen in Iguazu ein weiteres Weltkulturerbe gesehen. Das kann sich sehen lassen, oder?

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Das Teatro Colón

Ein Regentag! Empfehlung: besucht das Teatro Colón. Es handelt sich dabei um die bedeutendste Opernbühne Lateinamerikas, an dessen Bau vier verschiedene Architekten nacheinander tätig waren. Es wurde am 25. Mai 1908 eröffnet. Eine Führung kostet für Touristen 60 Pesos – überall gab es unterschiedliche Eintrittsgelder: für Touristen, für Südamerikaner aus Brasilien oder Uruguay und für Argentinier. Unser Preis war der höchste – aber man muss das ja immer durch 5 dividieren!
Die englischsprachige Führerin machte uns darauf aufmerksam, dass wir nur unten im Foyér fotografieren dürften, nicht im Gebäude. Allerdings konnten wir später im Saal selbst noch einige Fotos von dem neuen Bühnenbild machen.

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Argentinische Bürokratie

Da mir ja nun definitiv meine Videokamera gestohlen wurde, benötige ich für die Versicherung ein polizeiliches Protokoll. Dass dieses Unterfangen einen ganzen Tag einnehmen würde, hätte ich jetzt nicht gedacht. Nachdem fest stand, dass die Kamera nicht im Hotelzimmer liegen geblieben war, sondern wirklich gestohlen, suchten wir im Internet zunächst einmal nach einer Adresse:

Fremden- und Touristenpolizei – so etwas gibt es hier tatsächlich. Ein Anruf dort ergab, dass es ein eigenes Polizeirevier für U-Bahn-Diebstähle gibt, dort sollten wir hinfahren (mit der U-Bahn) und den Fall dort aufnehmen lassen. Reaktion unserer Tochter: Da fahre ich nicht hin. Das liegt in einem Stadtviertel, das man lieber nicht betreten sollte und da wird man gleich abgestochen, wenn man nach Tourist aussieht – und das tut ihr! Also was nun?

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Taschendiebe in der Subté

Auf der Fahrt in die Stadt mit der Subté ist es dann auch mir passiert: nach der Fahrt war der Reißverschluss meiner Tasche ein klein wenig offen und meine Videokamera, mit der ich die schönen Filme gemacht habe, ist seitdem nicht mehr in meinem Besitz!

Zum Tathergang kann ich nur Folgendes rekonstruieren: Es war knallevoll und heiß – unangenehm eben. Wir hatten schon eine Bahn fahren lassen, weil die zu voll war, haben uns dann aber in die nächste reingequetscht. Während der Fahrt sprach eine Frau uns auf spanisch an, was wir natürlich nicht verstanden haben. Daraufhin wand sie sich immer wieder unter meinem Arm durch und hatte Probleme mit der Sonnenbrille, die an meinem Arm hängenblieb. Von hinten wurde erheblich gedrängelt – ja, dabei ist es dann wohl passiert. Abgelenkt hat ein zweiter Täter die Tasche geöffnet und die Kamera herausgeholt, ohne das ich das registriert habe, weil ich mich ständig über diese Frau geärgert habe!

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Neue Glitzerwelt: Puerto Madero

Puerto Madero ist das Hafenviertel von Buenos Aires – vergleichbar mit der Hafencity in Hamburg. Hier entsteht  seit den 90er Jahren ein ganz neues Geschäftsviertel, alles ist blank geputzt und erinnert nicht an Südamerika.An der Neugestaltung haben international bekannte Architekten mitgewirkt, darunter Santiago Calatrava, Norman Foster, César Pelli und Phillippe Starck. Puerto Madero hat sich seitdem zu einem der trendigsten Viertel in Buenos Aires entwickelt und ist Anziehungspunkt für junge und alte Menschen gleichermaßen. Der Anstieg der Immobilienpreise zog auch ausländische Käufer an, vor allem im Premiummarkt.

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La Boca und Maradonna

Die Assoziation La Boca und Fußball ist sofort bei allen Sport-Fans vorhanden.

Doch La Boca ist noch mehr!

Einst das Hafenviertel von Buenos Aires, heute Touristen, Tango, Schlepper – Nepper – Bauernfänger. Aber ganz so einfach ist das nicht, wie wir erfahren haben. Wir nähern uns dem Stadtviertel über den Hafen Puerto Madeiro an. Gingen im weiten Bogen am einzigen Naturreservat von Buenos Aires entlang – Montag, heute geschlossen! So etwas gibt es auch – ein geschlossenes Naturreservat. Am  Wochenende ist hier viel los: lauter Stände mit typisch argentinischen Speisen und es ist immer noch ein Treffpunkt für “normale” Einwohner der Stadt.Jeder Stand bietet hier Parrillada an, eine Spezialität aus gegrilltem Fleisch, Innereien und Würstchen.

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Fahrradwege und MALBA

Heute ist Sonntag – ein guter Tag für einen Museumsbesuch. In Buenos Aires gibt es das MALBA – das Museo de Arte de Latinoamerica de Buenos Aires, also das Museum für Lateinamerikanische Kunst. Das war heute Ziel unserer Busfahrt.

Busfahren in Buenos Aires ist etwas ganz Besonderes. Dafür benötigt man nämlich Kleingeld – und Kleingeld ist in Argentinien so knapp, dass es inzwischen eine Art Kleingeld-Mafia gibt, die das Kleingeld sammelt und zu überhöhten Preisen wieder verkauft. Der Grund liegt darin, dass man in Bussen nur in Automaten, die mit Kleingeld gefüttert werden, bezahlen kann. Eine Möglichkeit, beim Fahrer zu bezahlen wie bei uns, gibt es nicht! Die Automaten werden übrigens in Deutschland hergestellt – Technik aus Alemania steht hier hoch im Kurs!

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