Argentinien 2011

Im März 2011 besuchten wir Henrike in Buenos Aires, die ein Semester dort an einer privaten Universität studiert hat – dies im Rahmen ihres Masterstudiums für BWL. Dabei machten wir auch einen Abstecher nach Iguazu, um uns die größten Wasserfälle der Welt anzusehen, waren dazu auch für einen Tag in Brasilien, schipperten nach Uruguy rüber und stellten fest, dass es ohne Spanischkenntnisse hier überhaupt nicht geht.
Zu vielen Beiträgen gibt es auch Videos.

Die Mine Wanda

Um 21:30 geht unser Flug – um spätestens 12:00 müssen wir auschecken! Was sollen wir mit dem ganzen Tag anfangen? Henrike und ich haben von Jesuiten-Siedlungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert gehört und gelesen. Sollen wir uns das ansehen? Mein Reiseführer legt uns das nahe. Also gut, am Tag zuvor haben wir erfahren, dass wir mit dem Taxi dorthin fahren können – es wären 2,5 Stunden Fahrt hin und 2,5 Stunden Fahrt zurück! Na gut, wenn wir eines heute haben, dann ist das Zeit!
Wir packen unsere Sachen in Ruhe und haben den Taxifahrer für 12:15 bestellt. Er ist superpünklich und will für die ganze Fahrt nur 120 Euro haben!
Auf dem Hinweg fragt uns der Taxifahrer (das heißt, er spricht mit Henrike, da sie ja spanisch kann!), ob wir nicht auch die Mine Wanda sehen wollten, die liegt ja auf dem Weg. Das wollten wir, und es ist kaum zu glauben, was wir dann besichtigt haben:

Jesuiten-Reduktion

Die Jesuitenreduktion San Ignacio Mini gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Hier wohnten einst über 4500 Menschen. Gegründet wurde die Ansiedlung von San Ignacio 1610 in Guairá in Brasilien. Doch dort trieben wenig später Sklavenhändler ihr Unwesen, so dass die Ansiedlung 1696 an die heutige Stelle verlegt wurde. Mitten im Urwald, erbaut von Guaran´, bis die Jesuiten im Jahr 1767 vom spanischen König vertrieben wurden, weil diese sich ihm entgegenzustellen wagten.

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Der Jesuitenorden wollte die Guaraní vor der Ausbeutung durch die weiße Oberschicht und vor Sklavenjägern schützen Mit den Jesuitenreduktionen schufen sie die ersten Indianerreservationen Amerikas. Diese geschützten Siedlungen durften nur durch Guaranì sowie die Jesuiten und geladene Gäste betreten werden; sie unterstanden nicht der Rechtsprechung der Kolonialregierung, sondern waren nur der spanischen Krone (formal) unterworfen. Die Konflikte mit den Kolonialbehörden und Großgrundbesitzern führten jedoch 1767 auf Befehl des spanischen Königs Karl III. zur Vertreibung der Jesuiten aus den spanischen Gebieten Lateinamerikas und zur Aufhebung der Jesuitenreduktionen.

Beeindruckende Wasserfälle!

Die Argentinische Seite der größten Wasserfälle der Welt fuhren wir mit dem Bus an – auch wieder ein Abenteuer für sich. Im Terminal an der Hauptstraße in Port Iguazu erkundigten wir uns nach dieser Fahrt und erstanden unsere Tickets für einen Spotpreis (viel billiger als Taxifahren!). Daraufhin mussten wir zu der angegebenen Stelle gehen, immer schon ein Unterfangen bei den Temperaturen hier. Die Busfahrt selbst war angenehm und dauerte dann auch nicht lange (etwa 25 Minuten). Die Endhaltestelle war auch gleichzeitig der Eingang zum Park, für den wir einen Eintritt von 37 Pesos pro Person zahlen mussten – das kommt einem immer zu viel vor, zumal die Einheimischen nur 7,50 Pesos zahlen müssen. Aber man muss immer an den Umrechnungsfaktor denken – im Endeffekt sind es ca. 11 Euro!

Gefährliche Bootsfahrt

Bootsfahrten bei Iguazú-Wasserfällen ausgesetzt “Buenos Aires (dpa/tmn) – Die bei Touristen beliebten Bootsfahrten unterhalb der berühmten Iguazú-Wasserfälle im Nordosten Argentiniens

Brasilianische Seite der Wasserfälle

Wir haben nichts ausgelassen Winken – am ersten Tag ließen wir uns mit dem Taxi nach Brasilien fahren! Das ist durchaus erschwinglich und es war, allein schon wegen der Grenzformalitäten, die einfachste Möglichkeit zu den Wasserfällen zu kommen.

Zur Information: die Wasserfälle kann man von der brasilianischen und der argentinischen Seite aus sehen. Es wird empfohlen, zunächst die brasilianische Seite (in der Karte links) zu entdecken, was wir durchaus unterstützen können. Man sehe sich nur die folgenden Fotos an:

Auf nach Iguazu

Damit wir nicht immer nur in Buenos Aires sind und auch etwas Nettes mit unserer Tochter zusammen machen, haben wir einen Flug und Aufenthalt in Iguazu gebucht. Iguazu liegt im Dreiländereck Paraguay, Brasilien und Argentinien. Der Fluss hat hier sehenswerte Wasserfälle und wird auch aufgestaut (Kraftwerk). Mit uns kam eine Freundin von Henrike, Sofia. So waren wir zu viert und hatten viel Spaß. Aber zunächst einmal der nächste Kulturschock: Iguazu! Es ist ein kleiner Ort im Dschungel mit wenig Komfort. Mir kam es wieder einmal vor wie in der Dritten Welt:es gibt hier Kinder die auf der Straße leben und vom Betteln leben einseits und dann wiederum tolle Restaurants für die Touristen – größer können Gegensätze nicht sein.

Hundeausführer und Cartoneros

Auf einem Spaziergang durch Palermo bis nach Ricoletta gewannen wir viele Eindrücke dieser riesigen Stadt. Vor uns überquerte ein Hundeausführer die Straße. Er lebt davon, tagsüber Hunde von verschiedenen Besitzern abzuholen und mit ihnen in einen Park zu gehen. So müssen die armen Hunde nicht warten, bis Frauchen und Herrchen wieder zu Hause ist, sondern können mit Artgenossen zusammen einen Park genießen. Unterwegs fuhr ein Pferdefuhrwerk an uns vorbei – das gehört sogenannten Cartoneros, Leuten aus der armen Unterschicht, die nachts den Müll durchsuchen und Kartons und Papier aussortieren, um dies dann zu verkaufen. Der Gewinn aus dieser harten Tätigkeit ist zwar gering, aber er muss für viele Leute ausreichen. Früher gab es Züge, die von außen in die Stadt fuhren, mit denen die Cartoneros in die Stadt kamen. Doch die Regierung

Berühmte Kultur – Avenida de Mayo

Wer in Buenos Aires ist muss natürlich den Palacio Borolo an der Avenida de Mayo gesehen haben. Es wurde vom italienischen Architekten Mario Palanti für den Geschäftsmann Luis Barolo entworfen und hat sehr viele Balkone, Schmuckgesimse und verschiedene Fensterbögen. Mit 100m Höhe war es bei der Einweihung 1923 das höchste Gebäude der Stadt. Innen setzt sich die Ornamentierfreude in der Eimpfangshalle fort. Der Blick von der Kuppel woll spektakulär sein,

Plaza de Mayo

Nach dem Marktbesuch in San Telmo geht es weiter auf die Plaza de Mayo. Dieser Platz ist der zentrale Platz in Buenos Aires.  Hier gründete Juan de Garay die Stadt 1580 zum zweiten Mal und hier begann 1810 die Mai-Revolution, die der Unabhängigkeit von Argentinien voranging.

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Hier wird befindet sich auch das Regierungsgebäude, die Casa Rosada (“das rosafarbene Haus”). In der Mitte des Platzes befindet sich ein kleiner Obelisk “Piramide de Mayo”, um den die Mütter der während der Militärdiktatur verschleppten Kinder an jedem Donnerstag Nachmittag demonstrieren. Die Madres de la Plaza Mayo sind die bekannteste Menschenrechtsorganisation in Argentien. Auf dem Platz hängen Plakate, die an die schreckliche Zeit der Militärdiktatur erinnern.

Unser Hotel – versteckt

Mit dem Taxi fuhren wir etwa 45 Minuten lang zur Stadt und unserem Hotel, das im Stadtteil Palermo lag. Schließlich wurden wir in einer etwas unsauberen Straße abgesetzt – wir wollten es gar nicht glauben: das soll ein Hotel sein?

Nach dem Klingeln öffnete sich uns auf Nachfrage die Tür und tatsächlich waren wir hier richtig. Für europäische Menschen etwas ungewöhnlich liegt alles Wichtige hinter verschlossenen Türen. Die Fotos belegen es. Sicherheit ist in dieser Stadt sehr wichtig, wie wir später noch merken sollten!

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