Argentinien 2011

Im März 2011 besuchten wir Henrike in Buenos Aires, die ein Semester dort an einer privaten Universität studiert hat – dies im Rahmen ihres Masterstudiums für BWL. Dabei machten wir auch einen Abstecher nach Iguazu, um uns die größten Wasserfälle der Welt anzusehen, waren dazu auch für einen Tag in Brasilien, schipperten nach Uruguy rüber und stellten fest, dass es ohne Spanischkenntnisse hier überhaupt nicht geht.
Zu vielen Beiträgen gibt es auch Videos.

Colonia del Sacramento (Uruguay)

Colonia del Sacramento wurde in den letzten Tagen des Januar 1680 durch Don Manuel Lobo, Gouverneur von Rio de Janeiro, im Auftrage des Prinzregenten Pedro II. von Portugal, gegründet. Pedro II. wollte an der Küste des Río de la Plata einen Brückenkopf zur Verteidigung seines Reiches anlegen lassen.

>Diese Stadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. So haben wir auf dieser Reise ein weiteres Land Südamerikas, nämlich Uruguay besucht und ein nach den Wasserfällen in Iguazu ein weiteres Weltkulturerbe gesehen. Das kann sich sehen lassen, oder?

Das Teatro Colón

Ein Regentag! Empfehlung: besucht das Teatro Colón. Es handelt sich dabei um die bedeutendste Opernbühne Lateinamerikas, an dessen Bau vier verschiedene Architekten nacheinander tätig waren. Es wurde am 25. Mai 1908 eröffnet. Eine Führung kostet für Touristen 60 Pesos – überall gab es unterschiedliche Eintrittsgelder: für Touristen, für Südamerikaner aus Brasilien oder Uruguay und für Argentinier. Unser Preis war der höchste – aber man muss das ja immer durch 5 dividieren!
Die englischsprachige Führerin machte uns darauf aufmerksam, dass wir nur unten im Foyér fotografieren dürften, nicht im Gebäude. Allerdings konnten wir später im Saal selbst noch einige Fotos von dem neuen Bühnenbild machen.

Argentinische Bürokratie

Da mir ja nun definitiv meine Videokamera gestohlen wurde, benötige ich für die Versicherung ein polizeiliches Protokoll. Dass dieses Unterfangen einen ganzen Tag einnehmen würde, hätte ich jetzt nicht gedacht. Nachdem fest stand, dass die Kamera nicht im Hotelzimmer liegen geblieben war, sondern wirklich gestohlen, suchten wir im Internet zunächst einmal nach einer Adresse:

Fremden- und Touristenpolizei – so etwas gibt es hier tatsächlich. Ein Anruf dort ergab, dass es ein eigenes Polizeirevier für U-Bahn-Diebstähle gibt, dort sollten wir hinfahren (mit der U-Bahn) und den Fall dort aufnehmen lassen. Reaktion unserer Tochter: Da fahre ich nicht hin. Das liegt in einem Stadtviertel, das man lieber nicht betreten sollte und da wird man gleich abgestochen, wenn man nach Tourist aussieht – und das tut ihr! Also was nun?

Taschendiebe in der Subté

Auf der Fahrt in die Stadt mit der Subté ist es dann auch mir passiert: nach der Fahrt war der Reißverschluss meiner Tasche ein klein wenig offen und meine Videokamera, mit der ich die schönen Filme gemacht habe, ist seitdem nicht mehr in meinem Besitz!

Zum Tathergang kann ich nur Folgendes rekonstruieren: Es war knallevoll und heiß – unangenehm eben. Wir hatten schon eine Bahn fahren lassen, weil die zu voll war, haben uns dann aber in die nächste reingequetscht. Während der Fahrt sprach eine Frau uns auf spanisch an, was wir natürlich nicht verstanden haben. Daraufhin wand sie sich immer wieder unter meinem Arm durch und hatte Probleme mit der Sonnenbrille, die an meinem Arm hängenblieb. Von hinten wurde erheblich gedrängelt – ja, dabei ist es dann wohl passiert. Abgelenkt hat ein zweiter Täter die Tasche geöffnet und die Kamera herausgeholt, ohne das ich das registriert habe, weil ich mich ständig über diese Frau geärgert habe!

Neue Glitzerwelt: Puerto Madero

Puerto Madero ist das Hafenviertel von Buenos Aires – vergleichbar mit der Hafencity in Hamburg. Hier entsteht  seit den 90er Jahren ein ganz neues Geschäftsviertel, alles ist blank geputzt und erinnert nicht an Südamerika.An der Neugestaltung haben international bekannte Architekten mitgewirkt, darunter Santiago Calatrava, Norman Foster, César Pelli und Phillippe Starck. Puerto Madero hat sich seitdem zu einem der trendigsten Viertel in Buenos Aires entwickelt und ist Anziehungspunkt für junge und alte Menschen gleichermaßen. Der Anstieg der Immobilienpreise zog auch ausländische Käufer an, vor allem im Premiummarkt.

La Boca und Maradonna

Die Assoziation La Boca und Fußball ist sofort bei allen Sport-Fans vorhanden.

Doch La Boca ist noch mehr!

Einst das Hafenviertel von Buenos Aires, heute Touristen, Tango, Schlepper – Nepper – Bauernfänger. Aber ganz so einfach ist das nicht, wie wir erfahren haben. Wir nähern uns dem Stadtviertel über den Hafen Puerto Madeiro an. Gingen im weiten Bogen am einzigen Naturreservat von Buenos Aires entlang – Montag, heute geschlossen! So etwas gibt es auch – ein geschlossenes Naturreservat. Am  Wochenende ist hier viel los: lauter Stände mit typisch argentinischen Speisen und es ist immer noch ein Treffpunkt für “normale” Einwohner der Stadt.Jeder Stand bietet hier Parrillada an, eine Spezialität aus gegrilltem Fleisch, Innereien und Würstchen.

Tangoshow

Liest man etwas über Buenos Aires, ist das Thema Tango sofort greifbar. Für uns war es allerdings nicht so naheliegend, da im allgemeinen Sightseeing-Großstadt-Getümmel der Tango nicht präsent war. Auf den Märkten in San Telmo und in Recoleta hatten wir Tangofiguren gesehen und in San Telmo erklang er auch aus einer Bar.

Henrike hat jedenfalls dafür gesorgt, dass wir auch zum Thema Tango etwas erleben konnten, nämlich eine Tangoshow!

Im Werbetext heißt es, dassTango Porteño die goldenen 40er Jahre wieder auferstehen lässt, in der der Tango in Argentinien eine große Leidenschaft war. Man reist durch die Zeit der glorreichen Tage von Buenos Aires, als der Tango so beliebt war, das er überall in der Stadt gelebt wurde.

Fahrradwege und MALBA

Heute ist Sonntag – ein guter Tag für einen Museumsbesuch. In Buenos Aires gibt es das MALBA – das Museo de Arte de Latinoamerica de Buenos Aires, also das Museum für Lateinamerikanische Kunst. Das war heute Ziel unserer Busfahrt.

Busfahren in Buenos Aires ist etwas ganz Besonderes. Dafür benötigt man nämlich Kleingeld – und Kleingeld ist in Argentinien so knapp, dass es inzwischen eine Art Kleingeld-Mafia gibt, die das Kleingeld sammelt und zu überhöhten Preisen wieder verkauft. Der Grund liegt darin, dass man in Bussen nur in Automaten, die mit Kleingeld gefüttert werden, bezahlen kann. Eine Möglichkeit, beim Fahrer zu bezahlen wie bei uns, gibt es nicht! Die Automaten werden übrigens in Deutschland hergestellt – Technik aus Alemania steht hier hoch im Kurs!

Kein Rückflug!

Ja, das hätten wir nicht gedacht. Alles gut geplant: Koffer im Taxi, nach San Ignacio Mini und zurück und dann das: wegen technischer Probleme verkündete uns man um 21:30 hätte es eine Verzögerung gegeben und die Crew wäre nicht mehr bereit gewesen, uns nach Buenos Aires zurückzufliegen!

Für uns ja nicht ganz so schlimm, obwohl wir ja alles minutiös geplant hatten, aber es gab Reisende, die jetzt ihren Anschlussflug in andere Reiseziele verpassten und recht verzweifelt waren! Nach einem kleinen Tumult –  man kennt das ja aus dem Fernsehen – gab es dann folgendes Arrangement: wir würden jetzt zu einem Hotel gefahren und bekämen dort etwas zu essen, würden dort schlafen und am nächsten Morgen um 9 Uhr ginge es weiter.

Ja, was blieb uns anderes übrig? Wir waren zwar hundemüde – es war ja ein anstrengender Tag gewesen -, aber wir wollten das Beste daraus machen. Es wurden zwei Busse gestellt, die jeweils Flugpassagiere zu zwei unterschiedlichen Hotels brachten. Unseres sah schon von außen sehr gut aus!

Ein “richtiges” Steak

Schon bei unserer Ankunft im ersten Hotel hatte man uns gesagt, dass man in das “La Cabrera” gehen müsse, wenn man “richtiges” argentinisches Steak essen wolle. Aber ohne Voranmeldung war das nicht möglich. Also hatte Henrike, noch bevor wir nach Iguazu flogen, einen Tisch für uns in diesem Restaurant bestellt. Und das stand für heute Abend an. Gut, dass der Flug noch stattgefunden hatte und wir unser neues Hotelzimmer (ein Appartement mit Selbstversorgung) so schnell bezogen hatten.

Für uns kaum zu glauben: die Argentinier essen ab 21 Uhr. Gute Lokale sucht man bis 20:30 auf, auch wenn man einen Tisch bestellt hat. Dann steht man dort und wartet, bis man aufgerufen wird, nachdem man sich vorher angemeldet hat. Wer keinen Tisch bestellt hat, kann sich auf einem Flipchart auf der Straße in eine Liste eintragen und hat später eine Chance, wenn die Gäste von 21:00 gegessen und das Lokal verlassen haben! Das folgende Bild zeigt diese Situation:

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